Die Studentenbewegung in der Bundesrepublik Deutschland in den 60 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war eine vielschichtige Bewegung aber immer von politischer Motivation getragen. „Herrschende Verhältnisse“ in Westdeutschland wurden überwiegend radikal kritisiert und bekämpft.
Diese Bewegung hatte ihre Wurzeln einerseits in der Internationalen Studentenbewegung, die von verschiedenen Bewegungen in den USA ausging, andererseits aber auch national eigenständige politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Motive. Ihrem Selbstverständnis nach war sie eine emanzipatorische antiautoritäre Bewegung und gegen die „Herrschaft des Menschen über den Menschen“ gerichtet. Antikapitalistische Ansichten bildeten die breite Basis und stellten eine Voraussetzung dar, dass sich breite Massen angesprochen fühlten. Die Einstellungen zur Alternative der damaligen Zeit, dem Sozialismus, waren durchaus gespalten und reichten von strikter Ablehnung bis zu deutlicher Sympathie. Gespeist wurde die Konfrontation mit der älteren Generation auch von deren überaus zögerlichen Aufarbeitung der Vergangenheit des Dritten Reiches. Es wurde der Begriff „Generation von Tätern“ geprägt, der ungemein polarisierte. Eltern mussten sich fragen lassen, was sie denn während der Nazi-Zeit getan hatten. Das schuf eine Atmosphäre von Unverständnis zwischen den Generationen, die bis zu Ablehnung und Hass reichte. Den jungen Studenten war ebenso die prüde und bigotte Sexualmoral ihrer Elterngeneration zuwider.
1961 gilt als Geburtsjahr der Studentenbewegung in Deutschland, damals schloss die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) den Sozialistischen Deutschen Studentenbund aus ihren Reihen aus. Die Erschießung von Benno Ohnesorg im Jahre 1967 und der Anschlag auf Rudi Dutschke im Jahr 1968 verhärteten die Fronten und führten zu einer sich immer mehr verstärkenden Militanz und zur Radikalisierung wesentlicher Teile der Bewegung. Einige dieser Gruppen wandten sich mit Beginn der 70 er Jahre dem bewaffneten Kampf zu.
Andererseits zersplitterte die Bewegung zusehends, zumal ihre ideologischen und moralischen Ansätze Eingang in weite Teile der Bevölkerung gefunden hatten und der treibenden Kraft, der Polarisierung, somit der Nährboden entzogen war. In der Bevölkerung angekommen und von dieser aufgenommen, bildeten viele Ideale und Ziele der Studentenbewegung die Basis einer sich aus verschiedensten gesellschaftlichen Schichten rekrutierenden Außerparlamentarischen Opposition.
Einige Aktivisten der APO wurden dann zu Gründungsvätern und -müttern der Partei der Grünen.